22. September 2015 |  DIE LINKE, Europa

         

Nicht Tsipras – die Linke insgesamt erhält eine 2. Chance

Nach dem überraschend deutlichen Wahlerfolg unserer griechischen Schwesterpartei Syriza am 20. September bei den vorgezogenen Neuwahlen versteigt sich die Linke in Europa, auch in der deutschen LINKEN, in Debatten über den Grat der Solidarität mit der EL-Gründungspartei. „Die unübersehbare Lust von Teilen unserer Partei Noten und Ratschläge zu erteilen, es immer schon besser gewusst zu haben, bricht sich seit dem ersten Wahlerfolg unserer griechischen Genoss*innen im Januar immer wieder bahn. Seit dem Juli diesen Jahres ist zudem in manchen Teilen eine zunehmende Entsolidarisierung Richtung Athen zu beobachten gewesen. Schnell war es vorüber mit der eigentümlichen und doch irgendwie sympathischen Tatsache, dass auch Linke in der Lage sind, einmal für und nicht nur gegen eine Regierung auf die Straßen zu gehen.“

In dem Papier zur innerlinken Debatte nach dem Votum der Griech*innen über die Fortsetzung der ersten Linksregierung in der Europäischen Union formulieren unsere fds-Bundessprecher*innen Luise Neuhaus-Wartenberg und Dominic Heilig weiter: „Anstatt über die Folgen der Spaltung der Linken in Griechenland und womöglich im Nachgang in der Europäischen Linken nachzudenken und alle Kraft darauf zu verwenden, diese (europäisch) aufzuhalten oder gar (griechisch) umzukehren, wird ein sogenannter Plan B auf ein Schild gehoben, ohne je einen Plan A authentisch angegangen zu sein.“

Neuhaus-Wartenberg und Heilig sehen in den aufkommenden Debatten über die zukünftige Unterstützung der griechischen Linkspartei und die Folgen für die deutsche LINKE eine strategische Falle, die an den eigentlichen Aufgaben einer modernen Linkspartei meilenweit vorbeiführen. Stattdessen plädieren sie in ihrem Nachwahlpapier für einen „Plan EL“: „Für uns gibt es daher auch keinen Grund, die Spaltung der griechischen Genoss*innen nun zum Ausgangspunkt einer Aufspaltung der Linken in Europa und eines überflüssigen Streits innerhalb unserer eigenen Partei zu machen. Wir als Linkspartei in Europa sollten uns im Gegenteil für das weitere Zusammenwachsen der Linken einsetzen und Ideen für die weitere Evolution der Linken (Plan L) sammeln und auf die Tagesordnung setzen.
Wir als DIE LINKE sollten uns für einen neuen, alternativen europäischen Diskurs zur Umgestaltung der europäischen Gemeinschaft (Plan E), gerade auch angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation stark machen, anstatt uns aus diesem heraus zu katapultieren. Nicht Alexis Tsipras hat also eine zweite Chance bekommen, sondern die Linke in Europa.“

Wir möchten das gesamte Papier unserer Sprecher*innen hier dokumentieren und stellen es zum herunterladen zur Verfügung (pdf.-Format):  „Eine Chance für die Europäische Linke syriza_linke_debatte“

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