13. August 2018 |  DIE LINKE, Zeitgeschehen

         

„Eine Neudefinition für die Zeit, in der man ist, ist für mich ein sehr tragfähiger Gedanke.“ (Lothar Bisky, im Frühjahr 2005)

Doch dafür muss Mensch auch Fragen stellen, sich selbst und anderen. Lothar Bisky war genau so einer, der mehr überlegt als schon gewusst hat, der mehr Fragen gestellt hat, sich selbst und all den anderen, die sie hören wollten.
Er mahnte stets, besonders in seiner, unserer Partei, „zur Analyse der Wirklichkeit und dann Entscheidung und nicht umgekehrt.“
Die Kultur war sein Leben, mit der innerparteilichen Kultur haderte er oft.
Das Alte mit dem Neuen verbinden ist auch eine Frage von Kultur. Es braucht dazu eine Methode des Zulassens, der Ermutigung und eben dieses Fragens.
Wenn Gesellschaft sich verändert, verändern sich auch die Menschen in ihr. So ändern sich auch die Themen, die Menschen beschäftigen. Die Großen und die Kleinen. Offene oder geschlossene Gesellschaft? Kurzum: wie wollen wir leben?
Wir stehen als Partei mal wieder vor wichtigen Landtagswahlen in Ost und West, vor Kommunalwahlen und vor den Europawahlen.
Es scheint, als würde sich die große europäische Idee immer weiter auflösen, nein vielmehr noch, sie wird von rechts angegriffen.
Anstatt dass die linken Europäer zusammenstehen, gibt es auch in unseren eigenen Reihen, auch in der Europäischen Linken, eher Tendenzen der Spaltung. Gegenseitige Vorwürfe, wer und was Links ist und was eben nicht. Lothar Bisky hat Zeit seines politischen Lebens für eine Politik der Demokratie, des Friedens, der Weltoffenheit, der Solidarität und der eines gerechten und offenen Europas eingesetzt. Wer seinen Namen heute, an seinem 5. Todestag ausspricht, sollte sich daran stets erinnern.
Wir sind als Partei noch lange nicht da, wo wir hin müssen. Dazu bedarf es noch einer viel größeren Kraftanstrengung und weitaus mehr analytischen Zugang zur Realität. Fragen stellen, ohne die Antworten schon zu kennen. Und gemeinsam nach einer besseren Idee zur Antwort suchen. Das wäre links. Und obendrein in seinem Sinne. In Lothars Sinne. Wir werden ihn und seine Art, der Nachdenkliche zu sein, nicht vergessen.

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