13. August 2015 |  DIE LINKE, Europa

         

Lothar Bisky: Eine Stimme die Europa fehlt

Heute vor zwei Jahren starb viel zu früh und für uns alle überraschend unser ehemaliger Parteivorsitzender, Prof. Lothar Bisky. Nicht nur uns fehlt Lothar! Mit dem Tod von Lothar Bisky fehlt auch diesem Land eine überzeugte europäische, sozialistische und humanistische Stimme. Zehntausende sterben bei dem Versuch vor Tod, Hunger, Krieg, Folter und Umweltkatastrophen flüchtend die Europäische Union (EU) zu erreichen im Mittelmeer und an den Grenzzäunen dieses Kontinents. In Deutschland brennen Unterkünfte für Geflüchtete, werden Asylbewerber*innen angegriffen und bedroht. Ehrenamtliche Helfer*innen werden von einem immer gewalttätiger werdenden Mob auf den Straßen, öffentlich und privat bedroht und versucht einzuschüchtern. Die offizielle Politik in diesem Lande schaut dem braunen Treiben tatenlos zu, mehr noch, sie ergeht sich in Regierungsverantwortung in einem Überbietungswettbewerb um neue und härtere Abschiebegesetze.

Die europäische Idee löst sich auch so immer weiter auf. Sie wird immer mehr von rechts und von den europäischen Regierungen angegriffen und diskreditiert. Der Umgang der europäischen Regierungschefs mit dem „OXI-Votum“ zu Austerität der griechischen Bevölkerung und mit einer demokratisch legitimierten Linksregierung in Athen sucht in der jüngeren Geschichte Europas seinesgleichen. Demokratie gilt insbesondere der deutschen Bundesregierung als Hindernis, immer größer werdende Massen an von Armut bedrohter Menschen in Europa als lästiges Ärgernis.

Lothar Bisky, Mitglied des forum demokratischer sozialismus (fds), hat sich Zeit seines politischen, wissenschaftlichen und publizistischen Lebens gegen eine solche Politik, für Demokratie, Frieden und ein weltoffenes, solidarisches und gerechtes Europa eingesetzt – für ein offenes und eben nicht sich selbst abschottendes Europa. Er hat sich immer um wichtige Impulse für die Überwindung  nationalistischer Ressentiments und Chauvinismus bemüht und war stets eine mahnende Stimme in Deutschland und Europa. Er hat für alternative, linke Mehrheiten in Europa gekämpft und nicht nur als Vorsitzender der Europäischen Linkspartei (EL) für eine Einigung der Linken in Europa und einen Erfolg unserer Schwesterparteien europaweit gekämpft. Der Wahlerfolg von Syriza Anfang des Jahres ist auch ein Erfolg von Lothar Bisky. Gerade in dieser Zeit fehlt seine oft emotionale, gerechte und europäische Stimme. Nicht nur wir vermissen ihn deshalb, unseren Lothar!

Luise Neuhaus-Wartenberg & Dominic Heilig (fds-Bundessprecher*innen)

 

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