20. Februar 2015 |  Länder und Kommunen

         

LINKE zieht gestärkt in die Hamburger Bürgerschaft ein

Eine Wahlbetrachtung

Wir haben in unserem gestrigen Newsletter den großartigen Erfolg unserer Hamburger GenossInnen etwas stiefmütterlich mit dem Verweis auf einen gestärkten Wiedereinzug in die Bürgerschaft und weitere Informationen auf den Internetseiten des Hamburger Landesverbandes behandelt.

Uns haben dazu einige Zuschriften erreicht, in denen um etwas mehr Informationen gebeten wurde. Diese gibt es natürlich. Und deshalb haben wir uns entschieden, heute einen Sondernewsletter zum Hamburger Wahlergebnis zu veröffentlichen. Denn in der Tat, nicht nur für die Landespartei in Hamburg ist dieser Erfolg ein Meilenstein, auch für die Bundespartei und die noch wahlkämpfenden GenossInnen in Bremen, die sich im Mai dem Votum der Bremerinnen und Bremer stellen, ist das Ergebnis aus der Hansestadt ein sehr wichtiges. Grund genug also, genauer hinzuschauen.

Zusammengefasst kann man folgendes festhalten: DIE LINKE Hamburg hat ihr Ergebnis von 2011 stark verbessert und schafft mit 8,5 Prozent (+2,1) der Stimmen zum dritten Mal den Einzug in die Hamburgische Bürgerschaft! Für DIE LINKE ist das das beste Ergebnis in Westdeutschland – abgesehen vom Saarland – überhaupt. Die Zahl der Bürgerschaftsabgeordneten wird damit von 8 auf 11 steigen. Der Bürgerschaft gehören zukünftig an:

  1. Dora Heyenn
  2. Norbert Hackbusch
  3. Sabine Boeddinghaus
  4. Mehmet Yildiz
  5. Heike Sudmann
  6. Stephan Jersch
  7. Cansu Özdemir
  8. Martin Dolzer
  9. Christiane Schneider
  10. Deniz Celik
  11. Inge Hannemann

Die neue Fraktion besteht somit aus fünf neuen und sechs bisherigen Abgeordneten.

8,5 Prozent holte DIE LINKE stadtweit, doch die Ergebnisse in den Stadtteilen unterscheiden sich ganz erheblich. Auf St. Pauli wurde DIE LINKE sogar stärkste Partei vor SPD und Grünen. Im Osten der Stadt wurde sie aber unterdurchschnittlich gewählt. So schnitt DIE LINKE in den einzelnen Hamburger Bezirken ab:

  • Altona: 11,9 Prozent
  • Bergedorf: 6,8 Prozent
  • Eimsbüttel: 8,7 Prozent
  • Mitte: 12,1 Prozent
  • Nord: 8,2 Prozent
  • Harburg: 7,5 Prozent
  • Wandsbek: 5,6 Prozent

Vergleichsweise wenig Zustimmung bekam DIE LINKE bei älteren Wähler/inne/n. Von den Über-70-Jährigen wählten nur 3 Prozent DIE LINKE. Dafür schnitt DIE LINKE bei den jungen Leuten sehr gut ab: überdurchschnittliche 12 Prozent der 16-24-Jährigen und 11 Prozent bei den 24-34-Jährigen machten ihre Kreuze bei der LINKEN.

Eine ausführliche Wahlanalyse haben unterdessen Conny Hildebrandt undMeinhard Meuche-Mäker von der Rosa-Luxemburg-Stiftung vorgelegt, die wir wärmstens zur Lektüre weiterempfehlen möchten. In dieser Analyse werden nicht nur erste Bewertungen des Wahlergebnisses vorgenommen, sondern noch einmal die Themen in der Stadt im Wahlkampf, die Strategien und Politiken der einzelnen Parteien darfgestellt und auf Besonderheiten der Ergebnisse unserer Partei verwiesen.

Viel Freude beim Lesen wünscht Euer fds!

Wahlanalyse: http://www.rosalux.de/fileadmin/rls_uploads/pdfs/sonst_publikationen/rls-onl_Wahlen-Hamburg_150219.pdf

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